Audi Stuttgart - Standort Böblingen

Ein quattro für die Zukunft

Audi e-tron quattro: Der Name ist Programm. In einem neuen Technikträger verbindet Audi die Vorteile des quattro Antriebs mit den Möglichkeiten der Elektromobilität.

Nasse Straßen zählen nicht gerade zum Lieblingsumfeld des Autofahrers. Wasser auf der Fahrbahn verschlechtert die Sicht, verlängert den Bremsweg und reduziert die Bodenhaftung in Kurven. Das kann aber auch ein Vorteil sein. Zum Beispiel auf Teststrecken wie dem Handlingkurs II des Audi Versuchsgeländes in Neustadt, der sich bei Bedarf künstlich beregnen lässt.

Unter solchen Bedingungen ist ein gut abgestimmter Allradantrieb, vor allem wenn er quattro heißt, naturgemäß im Vorteil. Der rein formal völlig normal aussehende Audi A5, der an der Einfahrt von Handling II parkt, heißt aber nicht einfach nur quattro, sondern Audi e-tron quattro.

Dr. Michael Korte, Leiter der Vorentwicklung Fahrzeugkonzepte bei Audi, sieht die Qualitäten des Technikträgers vor allem darin, „dass wir mit dem Audi e-tron quattro Sportlichkeit und Effizienz auf eine neue, faszinierende Weise zusammenbringen“. Wie das funktioniert, bringt Projektleiter Martin Schüssler auf einen simplen Nenner: „Wir haben die Kardanwelle weggelassen und um das Hinterachsdifferenzial einen Elektromotor gewickelt.“

Das ist im Prinzip korrekt, in der Praxis aber etwas komplizierter. Der Audi e-tron quattro nutzt einen parallelen Hybridantrieb, der um eine elektrische Hinterachse ergänzt wurde. Im Unterschied zum Audi Q5 hybrid quattro besteht beim Audi e-tron quattro jedoch keine mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse, ein zweiter Elektromotor an der Hinterachse macht den Audi e-tron zum quattro.

So weit die Theorie. In der Praxis merkt man zunächst einmal nichts. Lautlos fährt der Audi e-tron quattro an, doch schon beim ersten Gangwechsel macht sich die elektrisch angetriebene Hinterachse positiv bemerkbar. Ein Schaltruck findet nicht statt, weil der Elektromotor genau zum Zeitpunkt der Zugkraftunterbrechung in Aktion tritt und das Rucken perfekt überblendet. Und dann wird es nass, die Sprinkler leisten ganze Arbeit, die Wischer wedeln in höchster Gangart über die Scheibe. Auch hier zeigt sich das Fahrzeug – selbst in Kurven und bei hoher Geschwindigkeit – auffällig fahrstabil. quattro® sei dank.

Dr. Michael Korte: „Wir wollten natürlich auch zeigen, wie viel Fahrspaß die Elektrifizierung unserer Fahrzeuge vermitteln kann.“ Leider müssen wir auf den Spaß noch ein wenig warten: Mit einem Serienstart des Audi e-tron quattro ist frühestens 2014 zu rechnen.